Auszeichnung
künstlerischer Projekträume
und -initiativen
Mangelnde Vernetzung führt zu unnötigen Konkurrenzsituationen im Kampf um Aufmerksamkeit und Fördertöpfe. Der ideale Projektraum ist/war eine Win-win-Situation für Betreiber*innen und Künstler*innen. Beide können neue Experimente starten und neue Modelle ausprobieren unter fairen finanziellen Bedingungen, sprich mit Honorar und Projektfinanzierung/Sponsoren. Projekträume haben sich auch durch Verdrängung und höhere Mieten in entlegene Kieze und Bezirke verlagert/verlagern müssen. Wir alle sind Teil eines „idealen“ Projektraums, zusammen sind wir höchst heterogen, divers und das größte zusammenhängende Ausstellungshaus in Berlin. In Berlin hat sich in den letzten zehn Jahren das Verhältnis zu Raum als einer grundlegenden Basis für unser Zusammen­leben dramatisch verändert − und zwar aus der Perspektive der künst­lerischen Nutzung eindeutig zum Schlechten. Der Profitwahnsinn hat die Stadt seit der Finanzkrise zunehmend erfasst; sowohl ­global agierende Finanz- und Immobilienhaie als auch viele mittlere und kleine Geldanleger haben Berlin und seine umbauten Räume als handelbare Ware auserkoren mit der Folge, dass die Preise dafür explodiert sind. Die Politik unternimmt dagegen ­leider nichts wirklich Effektives und scheint daran kaum Anstoß zu ­nehmen. Darunter leiden in erster Linie die sozial Schwächeren und nicht zuletzt die meisten Kunst- und Kulturschaffenden. Berlin ist im Begriff, seine Ausstrahlung und seinen Nimbus als Anziehungspunkt für experimentelle und innovative Kunstprojekte zu verlieren. Wir hoffen, dass sich weiterer Widerstand gegen diese allgemeine Tendenz gerade auch aus dem Feld der Kunst regt und Berlin weiterhin ein Ort für lebendige und kritische Kunst sein wird.… Still nowadays, the more and more international “g-local” Berliner independent cultural scene has been able to grow, interconnect, and continue to establish strategies to be a political protagonist of this long debate, also representing an impressive cultural resource to profit from.Answering this question seems to be the most difficult and an endless process for me because I have to ruminate on the past decade or so in which I have gone through Berlin as a female artist, a Korean artist, the founder and chief of an Asian contemporary art platform, and a mother. Since the very beginning, I have been interested in seeking a kind of universal identity, spanning the various backgrounds of ­Berlin-based contemporary artists in order to examine the question of identity as it is often perceived from the outside: according to gender, nationality, and cultural milieu. So I have created a space where the dichotomous logics about those issues could be discussed, proceeding with many projects. Above all, I had dreamt of creating a self-supporting space, based on an independent profit model. Recognizing limitations in workforce, culture, and the market of the art scene, however, I have experienced some moments of great suffering. But what has ­enabled me to endure those moments of suffering was not money but people, so that I would answer sincerely that a project space no longer means a physical space for me. It is a non-physical space, comprising people like artists, users and agents, or sometimes a network.