Auszeichnung
künstlerischer Projekträume
und -initiativen

G.A.S-station

Tankstelle für Kunst und Impuls

2007
Tempelherrenstraße
22
10961

4. internationales, themenspezifisches und spartenübergreifendes Ausstellungsprojekt, 2011/12

Gisela Weimann, Die Wand / KONJUGATIONEN / Über das Irren, 2020

11 Jahre kunsT und impulS, 2019/20, Falt-karton als Wandobjekt für die Literatur-beiträge

Oliver Orthuber, Ausgespeites aus der anderen Welt?, x| y|z: Raumobjekt (für Augustina), 2016

An dieser Stelle muss betont werden, dass es auf diesem Gebiet noch viel zu entdecken gibt. Insbesondere in Bezug auf Künstler*innen und Kurator*innen, die nicht in Deutschland geboren sind und/oder die hiesige Sprache, Gewohnheiten und Bürokratie nicht gut beherrschen. Trotz der jüngst geschaffenen Fördermaßnahmen hat die überwiegende Mehrheit der Projekträume eine ungewisse Zukunft und ist weiterhin auf ehrenamtliche Arbeit und temporäre Räume angewiesen. Die Türen der Projekträume stehen für alle offen, der Eintritt ist frei und die geleistete Arbeit hat somit eine wichtige soziale Dimension. Das passt gut: Berlin war noch nie eine elitäre Stadt. Der Lockdown hat außerdem gezeigt, wie wichtig reale Begegnungen und der direkte Zugang zu den Werken sind. Für die Zukunft gilt es, die bestehenden ­Förderungen fortzusetzen und weiter zu verstärken, um eine größere Planungssicherheit zu gewährleisten und die oft unsicht­bare, aber unverzichtbare ehrenamtliche Arbeit für die ordnungsgemäße Durchführung von Veranstaltungen auf ein Minimum zu reduzieren.Von der Kulturpolitik wünschen wir uns eine Bestätigung der Leistungen der Projektraummacher*innen durch Vernachhaltigung der Fördermöglichkeiten, gemeinsames Ent­wickeln neuer Tools zur Förderung und offenen Dialog auf Augenhöhe. Wir alle sind an einer lebendigen Kulturszene in Berlin ­interessiert; sie erzeugt Synergien und Sogwirkung. Wir alle können dazu beitragen, dass sich Lebensrealitäten von Künstler*innen und Projektmacher*innen verbessern, jede*r mit den eigenen Mitteln.Die Gründung des Netzwerks hat unsere Arbeit verändert: Es gibt eine Website, einen Kalender und eine E-Mail-Liste, die die Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen erleichtern. Es ist von größter Bedeutung, einen Gesprächspartner zu haben, der in unserem Namen sprechen kann, der den Dialog mit den Politiker*innen aufrechterhält, der den zukünftigen Bedarf an Förderung und Räumen plant sowie neue Projektraummacher*innen und -initiativen begrüßt. Das ­Ideal wäre, die richtige Balance zwischen Flexibilität und Autorität zu finden, die Vielfalt, die Ziele und die Bedürfnisse aller zu respektieren und auf die Idee zu verzichten, starre und standardisierte Verhaltensregeln zu diktieren, auch wenn sie demokratisch beschlossen werden.