Auszeichnung
künstlerischer Projekträume
und -initiativen

OZEAN

Hester Oerlemans, Danny, 2013

Max Frisinger, Red Sea, 2013

Wir sehen unseren Projektraum immer noch als selbstgewählte, professionell organisierte Alternative zu marktorientierten Galerien und staatlichen Kunstinstitutionen. Der Preis ist eine einmalige Chance, weil er unbürokratisch finanzielle als auch zeitliche Freiräume schafft. Wichtig dabei: keine Abrechnung notwendig! Berliner Politik muss endlich erkennen, dass die Szene eine ­große Anerkennung über die Stadt hinaus genießt und Motor für ­kulturelle Innovation ist, letztlich ein wichtiger Standortfaktor ist.To run a space is a form of appreciation of other artists, it is an outcome of friendship and mutual understanding; it is an indication of trust between all involved. To run a space means to take responsibility. To run a space is not only self-organization – money may not be vital to put up a show – but it is for sure necessary to animate a space and keep it alive. The prize comes due to hard and merited work, but maybe a grant would be more befitting than a prize? Maybe an iron scaffold holding up a structure in advance is better suited than a gold star for accomplishments? To run a space is a full time job. A group of artists who share their enthusiasm, interests, time, and skills would impart a project with a larger circulation of assignments between the makers. I am convinced that the longevity and success of a space relies on a horizontally organized (net) work.Die Umstände für unabhängige Projekträume haben sich bei gleichbleibender Dringlichkeit für deren Existenz geändert: Wir brauchen weiterhin Freiräume, in denen die Frage „Wie wollen wir zusammenleben in dieser vernetzten und verletzten Welt?“ auf viele verschiedene Arten gestellt und Annäherungen an eine mögliche Beantwortung ausprobiert werden können. Die massiv gesteigerten Raum­mieten in Berlin und die fast ausnahmslose Finanzierung nur über Projektförderung und die Nichtunterstützung von Infrastruktur erschweren und verunmöglichen größtenteils Experimentation, Ausprobieren, einen Raum zum Scheitern und damit Lernen. Projektanträge müssen vorab bis zum letzten Ergebnis ausbuchstabiert werden inklusive der erwarteten Zuschauer*innenzahl. Das fesselt viel Ideenreichtum und Mut zu Neuem, es verhin­dert gleichzeitig ein kontinuierliches Arbeiten und hält Projekträume dauerhaft in einem Zustand ungesunder, prekärer Arbeitsbedingungen. Was wir uns für die Berliner Projekträume wünschen? Planbare, langfristige und nachhaltige Förderung mit Respekt und Vertrauen in Räume, die seit Jahren wesentlich zur Kulturlandschaft beitragen.